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Weltweites Interesse an Brandenburger "Fire Watch"
Freitag, den 06. August 2010 um 06:25 Uhr
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Mittelhessen.dePotsdam. Brandenburg hat einen besonderen Exportschlager zu bieten: Das "Fire Watch"-System warnt frühzeitig vor Bränden. Experten aus aller Wert waren schon im märkischen Sand unterwegs ...

Hinweis:
Verwendung der Artikel vom
Weilburger- bzw. Nassauer Tageblatt mit freundlicher Genehmigung von Mittelhessen.de.

Brandenburgs kameragestütztes System "Fire Watch" zur Waldbrandwarnung ist ein Exportschlager | Foto: dpa Bild: Brandenburgs kameragestütztes System "Fire Watch" zur Waldbrandwarnung ist ein Exportschlager | Foto: dpa

Sie schauten sich an, wie Kiefer, Buche und Fichte, aber auch Mensch und Tier vor den Flammen geschützt werden können.

Brandenburg muss mit seinen ausgedehnten Kiefernwäldern, geringen Niederschlagsmengen und leichten Sandböden bundesweit mit der höchsten Waldbrandgefahr umgehen. Ein Drittel dieser Brände in Deutschland ereignen sich hier. Die Situation ist vergleichbar mit der in gefährdeten südeuropäischen Landstrichen.

"Gerade informierten sich Forstfachleute aus Kasachstan. Sie wollen ein Pilotprojekt starten", sagt Raimund Engel, verantwortlich für Waldbrand im brandenburgischen Landesbetrieb Forst. Das Frühwarnsystem wollen auch die Mexikaner einsetzen, um Feuer in Dschungelgebieten rechtzeitig zu entdecken. Eine Pilotanlage von "Fire Watch" hatte sich bereits dort zwei Jahre lang bewährt.

Forstfachmann Engel zählt eine lange Liste von Interessenten auf. Jahr für Jahr erlangen diese Länder traurige Bekanntheit wegen schrecklicher Feuerbrünste. Wälder werden zerstört - mal durch Brandstiftung, mal durch Selbstentzündung. Menschen sterben, Hab und Gut wird unwiederbringlich vernichtet. Spanien, Portugal Frankreich, aber auch Kroatien, Serbien und Montenegro wollen auf die Kameras setzen. Auch Esten und Tschechen sind begeistert. "Nur die Russen waren noch nicht da", sagt er.

In Brandenburg sind seit 2001 die herkömmlichen Feuerwachtürme Geschichte. Bis dato saßen in luftiger Höhe Forstleute und beobachteten mit dem Fernglas bei hoher Brandgefahr nahezu rund um die Uhr ihren Abschnitt. Kein leichter Job: Die Türme waren ohne Wasser und Toilette und heizten sich im Sommer schnell auf über 40 Grad Celsius auf. "Im Fall des Falles wurde Feueralarm gegeben und die Feuerwehr rückte aus", sagt Engel.

Nun übernimmt moderne Technik die Überwachung - auch Dank der Förderung durch die EU mit 4,8 Millionen Euro. Derzeit gibt es in Brandenburg knapp 110 Kamerasysteme. Mit den Anlagen in Mecklenburg- Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Niedersachsen sind es insgesamt 178.

Das System wurde von dem Berliner Unternehmen IQ wireless in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt. Die optischen Sensoren beobachten allein zwischen Oder und Elbe, Lausitz und Prignitz etwa 1,1 Millionen Hektar Wald. Die "elektronischen Augen" reichen bis zu zehn Kilometer ins Land, drehen sich auf den Spitzen von ehemaligen Feuerwachttürmen oder Masten. Die Standbilder senden sie direkt in die Zentralen. Experten erkennen mit geübten Blick, ob Rauch aufsteigt - oder sich nur ein Vogel bewegt.

Ein großes Problem kann Brandenburg trotz "Fire Watch" nicht lösen: Als Land mit den meisten Truppenübungsplätzen lauern noch Massen von unentdeckter Munition im Boden. Wenn es brennt, kann dorthin kein Feuerwehrmann geschickt werden.

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